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02.9. 2009
Category telehealth

"Das ist für mich Betrug": Schmidt empört über Ärztebestechung durch Kliniken

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Wenn der Name Ulla Schidt fällt, denken derzeit viele verständlicherweise sofort an eine bestimmte Affäre. In dem folgenden Fall steht die Gesundheitsministerin jedoch (man möchte fast sagen: endlich!) auf der anderen Seite der Anklagebank. Es geht, wie focus.de titelt, um einen "Ärzteskandal", der sich um sogenannte illegale "Kopfprämien" dreht - Bestechungsgelder, die Kliniken an niedergelassene Ärzte für die Überweisung von Patienten zahlen. Neu ist das Thema nicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gebe Hinweise auf die verbotenen Machenschaften bereits seit 2001. Die Diskussion in einer breiten Öffentlichkeit war also längst überfällig... Bleibt zu hoffen, dass die Diskussionen um die sogenannten "Fangprämien" der Transparenz und der Qualitätssteigerung des Gesundheitswesen zu Gute kommen...

Hier einige Auzüge und Links zum "Ärzteskandal":

"[...] Warum weist ein Arzt einen Patienten in eine bestimmte Klinik ein? Weil er dort die beste Behandlung bekommt? Weil dieses Krankenhaus für diese Erkrankung besonders spezialisert ist? Falsch. Der Grund ist banaler, aber für den Arzt lukrativer: Er bekommt für den überwiesenen Patienten ein Prämie. Bis zu 1000 Euro Kopfgeld sollen laut Frankfurter Allgemeine Zeitung Kliniken an niedergelassene Ärzte für jeden von ihm eingewiesenen Kranken zahlen. Nicht in bar, aber indem bestimmte Leistungen der niedergelassenen Ärzte für das Krankenhaus zu besonders hohen Honoraren abgerechnet werden dürfen.

Unglaublich? Keineswegs. Und nur Einzelfälle, wie der Vize-Präsident der Bundesärztekammer Dr. Frank-Ulrich Montgomery im heutigen ARD-Morgenmagazin bekundete? Erst recht nicht. Manfred Wirth, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) und Klinikdirektor in Dresden, gab zu, dass mittlerweile ganze Regionen existieren, in denen solche Prämien inzwischen gängige Praxis seien. Nach Angaben der DGU handelt es sich um Summen, die das 10- bis 20-Fache des normalen Honorars für Urologen pro Quartal und Patient ausmachen. Allerdings, bisher haben es die Beteiligten geschafft, diesen Prämienwildwuchs unter der Decke und vor den Patienten versteckt zu halten.[...]" (Medizinauskunft.de)

"[...]Der Skandal um von Krankenhäusern an Ärzte gezahlte „Kopfgelder“ für die Überweisung von Patienten weitet sich aus: Die illegalen Zahlungen für die Einweisung sind nach Schätzung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) in mehreren Hunderttausend Fällen geflossen. Hinweise auf die verbotenen Machenschaften gebe es bereits seit 2001, berichtete das Gesundheitsministerium am Mittwoch. 2001 habe das BKA auf Nachfrage aber keine Details liefern können. Die DKG verwies bereits im Frühjahr 2007 in einem Rundschreiben an ihre Mitglieder auf die illegalen Praktiken. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) verlangte ein Einschreiten der Ärztekammern. Wenn Geld für nicht erbrachte Leistungen an Ärzte fließe, dann „ist das für mich Betrug“, sagte Schmidt.[...]" (pnn.de) "[...]Integrierte Versorgung gewünscht

Schmidt sagte, man müsse illegale Praktiken trennen von den – von der Politik gewünschten – Verträgen zur Integrierten Versorgung zwischen Ärzten und Kliniken. Diese haben zum Teil auch Klauseln zur „Lenkung des Patientenstroms“. Doch seien sie jederzeit transparent und nachvollziehbar, meinte die Ministerin.

Nach Darstellung ihres Abteilungsleiters Knieps verstoßen „Kopfprämien“ gegen die Berufsordnung der Ärzte, die Landesrecht seien. Im äußerten Fall könne einem Arzt dafür die Zulassung entzogen werden. Wenn Leistungen abgerechnet würden, die nicht erbracht worden seien, dann handele es sich um Betrug oder Untreue. Dies sei ein Fall für den Staatsanwalt, sagte Knieps." (epochtimes.de)

Quellen:

www.pnn.de: Kopfgeld: Ärzte und Kliniken in Grauzone

www.medizinauskunft.de: Krankenhauseinweisung: Der verkaufte Patient

www.epochtimes.de: Schmidt empört über „Kopfprämien“

www.sueddeutsche.de: Ärzte: Kliniken bestechen uns

www.derwesten.de`Offenbar hunderttausende Fälle von "Patientenprämien" <http://mobil.derwesten.de/nachrichten/2009/9/2/news-131648923/detail.xml>`_

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